Muss ein Pool im Frühjahr wirklich jedes Jahr entleert, gereinigt und neu befüllt werden?
Viele Jahre war genau das die übliche Vorgehensweise: Im Herbst wird der Pool abgesenkt und stillgelegt. Im Frühjahr wird das verbliebene Wasser ausgelassen, das Becken gereinigt und anschließend mit frischem Wasser befüllt.
Das funktioniert – verbraucht aber eine beträchtliche Menge Wasser.
Deshalb beschäftigen wir uns bei poolkaiser schon länger mit einer anderen Möglichkeit: der aktiven Überwinterung.
Was bedeutet aktive Überwinterung?
Bei der klassischen passiven Überwinterung wird die Pooltechnik im Herbst außer Betrieb genommen und frostsicher gemacht. Der Pool „schläft“ gewissermaßen bis zum Frühjahr.
Bei der aktiven Überwinterung bleibt hingegen ein Teil der Pooltechnik in Betrieb. Das Wasser wird auch während der kalten Monate umgewälzt und bleibt über den Winter im Becken. Das Ziel ist einfach: Das vorhandene Poolwasser soll im Frühjahr weiterverwendet werden können.
Doch dabei stellt sich natürlich eine berechtigte Frage:
Spart man zwar Wasser, verbraucht dafür aber Unmengen an Strom?
Wir haben nachgerechnet.
Ein konkretes Beispiel
Nehmen wir einen typischen Pool mit:
7,0 × 3,0 × 1,45 Meter
Das entspricht einem Beckeninhalt von rund 30.000 Litern Wasser.
Für unsere Beispielrechnung nehmen wir folgende Kosten an:
Wasser inklusive Kanalgebühren: 5,00 €/m³
Strom: 0,25 €/kWh
moderne InverPro-Filterpumpe
Leistungsaufnahme im reduzierten Winterbetrieb: ca. 120 Watt
Und jetzt rechnen wir bewusst sehr konservativ.
Wir lassen die Filterpumpe von Oktober bis einschließlich März rund um die Uhr – also 24 Stunden täglich – laufen.
Passiv überwintern
Wird das Becken im Frühjahr entleert, gereinigt und anschließend komplett neu befüllt, werden rund 30,45 m³ Frischwasser benötigt.
Bei angenommenen 5,00 €/m³ entstehen damit:
ca. 152 € Wasser- und Kanalkosten.
Aktiv überwintern
Bei unserer Variante wird der Wasserspiegel im Herbst um etwa 20 cm abgesenkt. Im Frühjahr müssen daher lediglich rund 4,2 m³ Wasser ergänzt werden.
Das entspricht: ca. 21 € Wasser- und Kanalkosten.
Dazu kommt der Stromverbrauch der Filterpumpe. Bei angenommenen 120 Watt Leistungsaufnahme und 24 Stunden Betrieb täglich von Oktober bis März ergeben sich rund 524 kWh Stromverbrauch. Bei 0,25 €/kWh sind das: ca. 131 € Stromkosten.
Damit ergeben sich für die aktive Überwinterung insgesamt rund: 152 € Verbrauchskosten.
Das überraschende Ergebnis
Die reinen Verbrauchskosten liegen in unserem bewusst konservativ gerechneten Beispiel praktisch gleichauf:
Passive Überwinterung Aktive Überwinterung
Frischwasserca. 30.450 Liter ca. 4.200 Liter
Wasser/Kanal ca. 152 € ca. 21 €
Strom Winterbetrieb ca. 131 €
Verbrauchskosten ca. 152 € ca. 152 €
Der große Unterschied steckt also nicht in den Kosten.
Der Unterschied sind rund 26.000 Liter Trinkwasser.
Mit der aktiven Überwinterung reduzieren wir den Bedarf an neuem Wasser in diesem Beispiel um rund 86 Prozent.
Und die Poolreinigung?
Diese haben wir ganz bewusst nicht in den Verbrauchskostenvergleich eingerechnet.
Bei einer klassischen Überwinterung kann im Frühjahr zusätzlich eine vollständige Entleerung und Grundreinigung erforderlich sein. Wird diese durch einen Fachbetrieb durchgeführt, entstehen dafür zusätzliche Kosten. Bleibt das Wasser durch eine funktionierende aktive Überwinterung in gutem Zustand, kann dieser Aufwand ganz entfallen.
Der wirtschaftliche Vorteil kann deshalb in der Praxis noch deutlich größer sein als in unserer reinen Wasser-Strom-Rechnung.
Muss die Pumpe wirklich den ganzen Winter 24 Stunden laufen?
Nein – und genau hier wird das Thema für uns besonders interessant.
Für unsere Rechnung haben wir bewusst einen sehr konservativen Ansatz gewählt: sechs Monate durchgehender Pumpenbetrieb.
Moderne Inverterpumpen können bei niedriger Leistung mit sehr geringer Leistungsaufnahme betrieben werden. Zusätzlich lässt sich der Winterbetrieb abhängig von Wasser- und Außentemperatur steuern.
Unser Ziel ist daher nicht einfach „Pumpe einschalten und bis April laufen lassen“.
Wir möchten die Pooltechnik so betreiben, dass nur so viel Energie eingesetzt wird, wie tatsächlich notwendig ist.
Unser Ansatz bei poolkaiser
Wir beschäftigen uns aktuell intensiv damit, die aktive Überwinterung weiterzuentwickeln und zu standardisieren.
Dabei geht es nicht nur um die Filterlaufzeit. Wir betrachten unter anderem Wasserstand, Frostschutz, Temperaturentwicklung im Becken und die optimale Durchströmung während der Wintermonate.
Denn Wasser zu sparen bedeutet für uns nicht, an anderer Stelle unnötig Energie zu verbrauchen.
Unser Ziel ist ein intelligenter Winterbetrieb, der Wasser erhält, Energie möglichst effizient einsetzt und gleichzeitig die Pooltechnik zuverlässig schützt.
Und vielleicht müssen wir uns dann irgendwann von einer Gewohnheit verabschieden:
30.000 Liter sauberes Poolwasser jedes Frühjahr wegzuschütten, nur weil wir es immer schon so gemacht haben.
